Interview der taz hamburg mit Daniel Rohr am ??. Dezember 2001


taz: Was bringt einen dazu, Frank-Zappa-Songs zu covern?

Daniel Rohr: Zappa ist ein Kosmos. Seine ungeheure Phantasie, sein Witz, seine Vielschichtigkeit machen eine Beschäftigung mit ihm nie langweilig. Viele Songs erzählen Geschichten. Zudem war Zappa ein begabter Performer: in seinen Shows hat er immer mit theatralen Elementen gearbeitet. Er hat immer mit der Methode der Collage und der Montage gearbeitet.

Wie kamen Sie ausgerechnet jetzt auf Zappa?

Daniel Rohr: Zappa hat mich schon lange begleitet. Begonnen hat es aber eigentlich mit einem Liederabend über Tucholsky und Kästner, den ich gesehen habe und der mich unendlich gelangweilt hat. Dabei habe ich mich, der ich als Opernsängersohn, von Kind auf mit Musik aufgewachsen bin, gefragt, ob es denn keine Alternativen zu diesen Texten gibt.

Und das Ergebnis war ein Zappa-Liederabend auf deutsch.

Daniel Rohr: Mir war es wichtig, dass die Texte und Geschichten von Zappa verstanden werden, deshalb habe ich mich überhaupt auf das Wagnis eingelassen, sie auf deutsch zu covern und einen Abend zu gestalten, der die Vorzeichen einfach umdreht: "ZAPPA! Alles über Frank" ist ein theatraler Abend, aber mit den Möglichkeiten der Musik.

Was passiert da auf der Bühne?

Daniel Rohr: Ich spiele eine Person, die Zappa-Texte spricht, die Zappa-Songs singt, Zappa-Geschichten erzählt. Aber ich würde nie behaupten, dass ich Zappa spiele oder kopiere. Das wäre zum einen schlicht nicht möglich und zum anderen wäre es unendlich langweilig. Die Figur, die ich auf der Bühne spiele, ist das lebendig gewordene Resultat meiner Auseinandersetzung mit dem, was uns Frank Zappa hinterlassen hat.

Interview: Christian T. Schön

heute, morgen, übermorgen, 21 Uhr, Neues Cinema, Steindamm 45